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  • Die wahre Entdeckungsreise besteht nicht darin, dass man neue Landschaften sucht, sondern dass man mit neuen Augen sieht.

    Marcel Proust

Schade

Kaum ein Politiker hat sich bisher um die eventuelle Falschverständlichkeit seiner Äußerungen geschert - wenn er nicht musste

30.11.2020 - Mitteilung des Stollberger Bürgermeisters


Liebe Stollbergerinnen und liebe Stollberger,

ich habe die Erklärung zur Absage des Weihnachtsmarktes aus dem Netz genommen. Ich möchte an dieser Stelle betonen, dass ich zu keinem Zeitpunkt behauptet habe, Corona gäbe es nicht oder die Krankheit wäre harmlos. Ich habe dafür geworben, über die Maßnahmen zur Bekämpfung von Corona zu diskutieren.

Auch wenn unsere Verfassung die Meinungsfreiheit als hohes Gut schützt möchte ich gerade auch als Anwalt ausdrücklich bekräftigen, dass eine andere Meinung zu einer behördlichen Regelung selbstverständlich niemandem das Recht gibt, diese Regelung nicht zu beachten. Auch ich befolge die Corona-Anordnungen. Auch in einer Demokratie, in der jeder seine Meinung frei kundtun kann, müssen trotzdem die Regeln befolgt werden. Andernfalls entstünde Chaos.

Ich möchte mich bei denjenigen entschuldigen, die meine Worte dahingehend verstanden haben, mir seien Kranke und ältere Menschen gleichgültig. Dass dem nicht so ist, wissen die Menschen, die mich und meine Arbeit seit Jahren kennen. Wenn meine Wortwahl eine andere Deutung zugelassen hat, dann tut mir das leid, das hatte ich nicht beabsichtigt.

Da es mir aber nicht nur um kritisches Hinterfragen geht, sondern wir uns auch darum bemühen,  eigene Ideen einzubringen, wird sich unsere Verwaltung darum bemühen, für unsere Schulen und Kindertagesstätten Luftfilter für die einzelnen Räume zu erwerben, wenn diese Filtersysteme den Herstellerangaben entsprechend sowohl Viren wie Corona als auch andere Krankheitserreger sicher aus der Raumluft entfernen. Gerade zu diesem Punkt war eben auch fraglich, ob Kinder ohne Schutz nicht auch als relevanter Träger der Infektion dann zur Verbreitung beitragen, wenn sie selbst ohne Symptome sind. Mit Raumluftfiltern könnte dieses Risiko erheblich reduziert werden. Selbstverständlich geht es auch mir darum, effektive Maßnahmen gegen die Verbreitung der Krankheit zu ergreifen. Vielleicht kann auf diesem technologischen Wege eine Weitergabe nicht nur von Corona, sondern künftig auch von anderen Infektionskrankheiten stark reduziert werden.

Glück Auf!

Marcel Schmidt
Bürgermeister



  • Zuletzt bearbeitet: 30.11.20 13:03


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Der offene Brief
Mario Wolf


Aufgrund der veröffentlichten Corona-Zahlen ergibt sich für mich folgende Übersicht zum 20.11.2020 bezogen auf die Einwohnerzahl des Freistaats Sachsen.


Einwohnerzahl Land Sachsen mit Stand 31.12.201
9 4.071.971
100%





normal stationär Behandlung mit Covid 19 (1628-314)
314
0,03%

Gesamtanzahl Intensivbetten ohne Notfallreseve
1643


freie Notfallreserve Intensivbetten
739


Intensiv stationär Behandlung mit Cov. 19
314
0,007%

fr​eie Intensivbetten ohne Notfallbetten

400






positiv mit PCR Test getestet zum Vortag,
nur durch Labor bestätigt??
1650
0,04%

seit 02.03.2020 positiv getestete Personen, 
nur durch Labor bestätigt??
41.264
1,01 %

seit 02.03.2020 geschätzt Genesende
25.560
0,63%

seit 02.03.2020 verstorbene Personen
621
0,015%





aktuell positiv getestete Personen/laufende Fälle = positiv Getestete - Genesende - Verstorbene
15.083
0,37%

Gesunde / nicht durch Covid 19 betroffene Einwohner
4.056.888
99,63%





Anzahl gesamte PCR Test je Woche geschätzt
(Grundlage Gesamttestzahl von 1.565.418 in KW 45 bei einer Positivrate von 7,8 %) https://www.destatis.de/DE/Themen/Querschnitt/Corona/Download s/dossier-covid-19.pdf?__blob=publicationFile 
105.769


Nachweis von Infektionen nach IFSG § 2
?????
?????

Quelle: https://www.coronavirus.sachsen.de https://www.intensivregister.de/#/intensivregister?tab=laendertabelle https://www.destatis.de/DE/Themen/Querschnitt/Corona/Downloads/ dossier-covid-19.pdf?__blob=publicationFile

Demnach sind 99,63 % der Einwohner covid frei???

Wenn 99,63 % der Einwohner offensichtlich "covid" frei sind,
... wie können dann die angeordneten und durchgeführten Maßnahmen wie Lockdown... etc.
verhältnismäßig und angemessen sein?

und ...


woran erkenne ich das Vorhandensein einer epidemischen Lage von nationaler Tragweite? 

Offener Brief des Stollberger Bürgermeisters Marcel Schmidt

Liebe Stollbergerinnen und liebe Stollberger,

Ich möchte unserer Bürgerschaft auf diesem Wege mitteilen, dass wir in diesem Jahr weder einen Weihnachtsmarkt noch eine Bergparade veranstalten werden.

Diese Entscheidung erfolgt vor dem Hintergrund, dass der Landkreis sich außerstande sieht, diesen beiden Veranstaltungen angesichts der derzeit verlautbarten Corona-Lage zuzustimmen.

Ich denke, mit den Meisten darin einig zu sein, dass dies eine traurige Nachricht ist.

Weihnachten ist auch ein religiös motiviertes Fest, aber Weihnachten ist mehr als das. Weihnachten ist das Fest des Winters, das Fest der Zeit im Jahr, in der alles ruhiger wird. Weihnachten ist Familie und Freunde, das kleine Stück vom Jahr, in dem man das Gefühl hat, die Hektik ist weggeschickt, die coolen Sprüche dürfen vor der Tür bleiben und wir wollen so sein, wie es eigentlich immer im Jahr sein sollte - was wir aber eben sonst nicht schaffen.

 All der Reichtum unseres Landes, all der Wohlstand, gar der Überfluss, das alles fällt nicht vom Himmel. Es ist das Ergebnis fleißiger, konzentrierter Arbeit vieler, vieler Menschen, unseres Volkes, all derjenigen, die - vom Abfallwirtschaftler bis zur Zahnärztin - jeden Morgen zeitig aufstehen und ineinander greifend dieses unglaubliche Land nach vorn tragen. Dass es uns gut geht, das liegt an diesen Menschen, die zielgerichtet, mitdenkend und im ständigen Wettbewerb diesen Wohlstand aufgebaut haben, weiter bauen und pflegen.

 Diese Arbeit hinterläßt aber auch Spuren. Man kann nicht immer hasten und werkeln, stets unter Druck stehen und zum Ziel hin streben.

Wir brauchen auch Ruhe und Weihnachten ist eben diese Ruhe. Das ganze Land geht in die Weihnachtsferien, Weihnachten ist ein Fest des ganzen Volkes, eine große Ruhepause. Ein Stück Jahr, in dem alle Zeit haben, zusammen zu kommen und eigentlich niemand auf die Kanaren oder nach Australien fliegen will.

Und solche Zeit braucht auch Rituale. Denn Rituale sind Dinge und Abläufe, die nicht diskutiert werden wollen, die einfach wiederholt werden wollen. Rituale werden nicht nach männlich, weiblich, divers diskutiert, Rituale wollen auch nicht nach ökonomisch oder ökologisch sinnvoll unterschieden werden. Rituale sind einfach da, solange es uns gibt. Weihnachten gab es schon seit ein Jeder von uns ganz klein war. Zu Weihnachten sind wir immer zu Oma und Opa gegangen und haben zu Hause als Familie zusammen gesessen. Rituale sind wie Wegmarkierungen, sie geben Sicherheit und Vertrauen. Rituale halten Gesellschaften zusammen.

Zu Weihnachten gibt es einen Weihnachtsbaum und einen Weihnachtsmarkt und - im Erzgebirge - eine Bergparade.

Corona ist - glücklicherweise - nicht die Pest des Mittelalters. An Corona sterben Menschen und zurzeit auch mehr als im Sommer. Aber solange es Weihnachten gab, haben die Menschen sich mit Naturkatastrophen, mit Krankheiten und Kriegen herum schlagen müssen. Jede Gesellschaft musste sich ihren Herausforderungen stellen und ihren Weg finden. In manchen Gesellschaften konnte derjenige, der sich auf die göttliche Bestimmung berief, seine Entscheidungen anordnen, in anderen musste die Entscheidung im Miteinander getroffen werden.

 Wie wollten wir eigentlich unseren Weihnachtsmarkt gestalten? War uns die Ansteckung egal? Sind wir Verrückte? Nein, wir haben - wie eingangs dargestellt - das Ritual des Marktes und der Parade für einen wichtigen Teil des Jahresablaufes erachtet und uns Gedanken darüber gemacht, wie wir trotz Corona an diesen Ritualen festhalten können. 

Unsere Lösung lautete: ein Weihnachtsmarkt auf dem Schillerplatz nur für Stollberger und auf 1.000 Besucher begrenzt, bedeutet unter freiem Himmel kein gesteigertes Infektionsrisiko, denn in unserer kleinen Stadt treffen sich die Menschen auch sonst beim Bäcker, Simmel, im Kindergarten und der Schule. Untereinander lässt sich die Ansteckung auch so nicht vermeiden und wenn wir keine Menschen von außerhalb dazu holen, dann ist das Risiko praktisch nicht da - vor allem, wenn Risikogruppen eigenverantwortlich gar nicht erst kommen. Die Bergparade hätten wir genauso organisiert: auf der Breitscheidstrasse laufen die Habitträger, die Gablenz ist eine schöne natürliche Grenze und auf der Brückenstrasse steht das Publikum, ebenfalls abgegrenzt und ausschließlich Stollbergern wird der Zugang gewährt.

Die Politik wollte es nicht und damit meine ich nicht den Landrat. Frank Vogel hat vor einigen Wochen erwähnt, auch wenn das Erzgebirge als Hotspot eingestuft wird, würden bei uns nicht die Leute wie die Fliegen sterben.
Sofort gab es die politisch Korrekten, die ihm daraufhin die Leviten zu lesen androhten.

In unserem Lande - und natürlich auch darüber hinaus - wird zurzeit nach Schützenswertem Ausschau gehalten: nach schützenswerter Umwelt, schützenswerten Minderheiten, nach vermeintlichen oder wirklichen Opfern - um sich zum Retter derselben aufzuschwingen und sein Ego dadurch bestmöglich entfalten zu können. Vergessen wird dabei - die große Mehrheit. Mit den derzeitige Corona-Deutern und -Verordnungen schützen wir auch potentielle und wirkliche Opfer - die nebenher entstehenden Kollateralschäden übersehen wir geflissentlich.

Unsere Verfassung gibt uns den - seit der Abschaffung der Monarchie - glücklicherweise geltenden Minderheitenschutz vor. Wir dürfen und wollen Menschen, die sich von der großen Mehrheit unterscheiden, deshalb nicht benachteiligen. Wer allerdings heute in den Stellenanzeigen das Wort „divers“ liest, fragt sich manchmal, ob die Verfassungsväter und -mütter damals schon so viel Phantasie hatten.

Wir werden sehen, ob Corona mehr Opfer kosten wird, als schwere Grippewellen in den letzten Jahren forderten. Wir können wahrscheinlich nicht in jeder kommenden Grippewelle sämtliche Traditionen über Bord werfen, alle bisher geltenden Grundsätze beiseite schieben, um keine Menschen sterben lassen zu müssen.

Zweifelhaft ist meiner Ansicht nach, ob es einem guten Zweck dient, wenn die Politik derzeit den Bürgern unseres Landes in Aussicht stellt, wenn alle ihren Anordnungen folgen, träfe uns kein Unglück - der Staat könne quasi Gott ersetzen.

Wenn ich noch einmal kurz auf unsere Wirtschaft zurück kommen darf: in unserem nationalen Wirtschaftssystem, das offensichtlich (derzeit noch) sehr erfolgreich ist, entscheidet der Markt, also die Kunden über das bessere Unternehmen. Es gibt einen Wettbewerb der Produkte und einen Wettbewerb der Meinungen. Sollte es in der Demokratie nicht auch so sein? Sollte nicht anstelle eines immer wieder zitierten Institutes die Vielfalt der Wissenschaftler und Ärzte unseres Landes in die Debatte eintreten? Wollen wir in solchen Zeiten wie den jetzigen von der Unfehlbarkeit einiger Weniger ausgehen oder nicht doch den Diskurs Vieler entscheiden lassen? Geht es nicht darum, die beste Lösung zu finden anstelle der Darstellung von Macht?

In der Geschichte unseres Landes war „Unfehlbarkeit“ nie der Weg zum Erfolg, im Gegenteil.

 Auch ich möchte in unserer Stadt niemanden „sterben lassen“. Aber ich möchte auch keine Polizisten zu Weihnachten zwingen, bei der Bürgerschaft die Gäste zählen zu gehen. Es steht dem Staat nach meiner Meinung nicht zu, sich derart in die intimsten Familienangelegenheiten einzumischen - schon gar nicht auf einer derart fraglichen Datengrundlage. Auch das Robert-Koch Institut weiß nicht mehr als es testet. 

Man sollte doch bitte bis zu Ende denken, wenn man eine neue Verordnung heraus gibt. Welcher Polizist will an Heiligabend bei den Familien klingeln, um die Gäste des Weihnachtsfestes zu zählen und deren Berechtigung zur Teilnahme am selbigen zu kontrollieren? Selbst wenn wir Hundertschaften an Bereitschaftspolizisten dazu bringen würden - was würde das aus unserem Lande machen?

Statistisch betrachtet schützen die derzeitigen Maßnahmen nur einen sehr kleinen Teil unserer Bevölkerung vor einer Krankheit, die selbst bei Infektion für die Allermeisten nach derzeitigem Wissensstand nicht einmal Symptome hervor bringt.

Jeder Minderheit alles recht zu machen und darüber die Mehrheit zu vergessen, übersieht die alte Weisheit „Einem jeden Recht getan, das ist die Kunst, die niemand kann!“

In dieser Weisheit steckt die Erkenntnis, dass jede Entscheidung zwei Seiten hat. Der Vorteil des Einen führt zum Nachteil des Anderen. Mir persönlich scheint derzeit der Ausgleich zwischen den zu wahrenden Interessen nicht gelungen.

 Ich wünsche unserer Bürgerschaft, dass die ansteigende Zerrissenheit der Meinungen in unserem Lande wenigstens in den nächsten Tagen und Wochen zur Seite geschoben werden kann. Unsere Stadt ist ein Wirtschaftsstandort, unsere Stadt blüht und gedeiht, aber auch wir brauchen die Zeit der Weihnacht als Zeit der Ruhe, des Insichgehens, der Familie und Freunde. Weihnachten ist verbindend, nicht trennend. Wenn wir nun auch auf wichtige Rituale verzichten, sollten wir die verbleibenden noch stärker in die Mitte rücken: bereiten wir uns auf das Fest vor - nicht nur beim Einkauf, auch innerlich! Freuen wir uns auf die gemeinsamen Stunden, feiern wir das Leben und die Zuversicht, schließen wir Ängste und Panikmache aus, genießen wir uns und unsere Lieben!

Glück Auf!

Marcel Schmidt
Bürgermeister

Ich konnte nicht umhin ihm zu antworten....

Sehr geehrte Damen und Herren, 

Lieber Bürgermeister Schmitd,

auch wenn ich seit gut 20 Jahren meinen Wohnsitz von Lichtenstein nach Leipzig verlegt habe, bleibe ich meiner Heimat treu und verbunden. 

Ich verfolge die regionalen Nachrichten und die Meldungen, welche es nicht unbedingt in die Nachrichten schaffen.

Auch ich freue mich mit Kindern und Enkeln auf das nahe Weihnachtsfest und auch ich bin traurig.

Heute bin ich auf Ihren offenen Brief gestoßen.

Danke!

Danke dafür, dass Sie, lieber Herr Schmidt, den Menschen Ihrer / unserer Heimat aus dem Herzen sprechen.

Danke dafür, dass Sie den Mut und das Herz haben, diese Zeilen auf Ihrer Internetseite zu veröffentlichen.

Danke dafür, dass Sie es schaffen, den normaldenkenden, hoffnungsvollen Menschen im Freistaat Sachsen und darüber hinaus, wieder Hoffnung und Glauben geben. 

Ich wünsche Ihnen allen auf Ihrem weiteren Weg furchtbar viel Kraft, Durchhaltevermögen und das ungeteilte Vertrauen Ihrer Bürger.

Mit freundlichen Grüßen aus Leipzig 


Matthias Ulbricht